das graue Paradies
Sie saßen gebeugt auf ihren Stühlen oder standen mit krummen Schultern in den Zimmern. Ihre Augenlider hingen weit herab über ihre Pupillen. Das Brot war hart und sauer. Es lag Sand überall, Sandhaufen in den Fluren, in den Schränken, Sand in den Haaren. Der Anordnung entsprechend trugen sie Hemden aus dünnem Papier. Sie wickelten sich weißen Zwirn um die Fingergelenke - zum Schutz vor dem Bösen, wie es hieß.
Ihre Bewegungen hatten etwas fahriges, kantiges, maschinenhaftes. Die Länge ihrer Gliedmaßen lag noch knapp innerhalb der Norm. Den ganzen Tag trugen sie Eimer voller Lehm und Karbit die Treppen hinauf und hinunter. Ihre Stiefel waren aus Bärenfell oder aus Karton. Jeden zweiten Sonntag wurden sie gebadet. Immer vier von ihnen schliefen in einem Bett, der fünfte musste Wache halten an der Tür.
Ihre Bleistiftstummel spitzten sie mit dem Taschenmesser. Sie nagten an ihren Fingernägeln. Am Nachmittag heulten Sirenen. Auf den Treppen lagen zerbrochene Flaschen. Dann regnete es drei Tage lang.