B.
Wenn eine Magd oder eine wilde Frau nach Mitternacht im B. Feuer anmacht, soll sie in Sud gelöstes Ziegenfett auf den Schretel streichen, damit das Feuer nicht wild wird. Auch soll sie nicht in den B. blasen, um den Wind nicht zu reizen. Eine Schwangere soll nicht in den B. kriechen und den B. nicht mit Lehm ausschmieren, damit das Kind keine roten Haare bekommt. Wild gewordenes Feuer, das aus dem B. herausschlägt, heißt in Schlesien "die Feuermutter" und in Kärnten "der Waul", der mit Gebell durch die Gräben fährt.
In der Steiermark steckt man Krätzige in den B., in Pommern tut man es mit Kindern die Sommersprossen haben. Besonders kräftig ist der B., in dem zuerst ein junger Hund gebadet wurde (Rätsch).
Wenn die Milch nicht zu Butter werden will, wird sie durch einen Kranz von B. gegossen. Dieser in Siebenbürgen erhaltene Glaube wird schon in einem Nürnberger Druckwerk des Jahres 1705 erwähnt. Dort hat man seinerzeit Leichen vor der Einsargung in den B. gelegt, auch sollen dort gelegentlich Alben übernachten, oder der Hauskobold soll dort seinen Sitz haben. Auch im neueren Volksglauben erscheinen Haus- und Waldgeister in Gestalt eines B. In der Oberpfalz hat man einmal Zwerge ("Starzeln") zu sechst im B. liegen gesehen. Im "Schretel und Wasserbären" (um 1300) wohnt der Schretel in der Stube und der Wasserbär versteckt sich im B.
Am häufigsten wird der B. mit verschiedenen Handlungen gegen Warzen zu Hilfe gerufen (Waul). Frühmorgens hat schon die Frau Feuer gemacht und versammelt nun ihre Schwestern in einem Halbkreis im B. Magere Jungen stehen in einer Reihe entlang der Gräben und halten Erbsen in der fest geschlossenen linken Faust.
Im ungarischen Bezirk knetet man aus dem Schretel eine menschenähnliche Gestalt und wirft sie in den B. mit den Worten "Es ist das kleine Brotel aus dem vierzehnten Gebälk!"
Das Regenmädchen gräbt mit dem kleinen Finger der rechten Hand etwas B. aus und
windet ihn um den kleinen Zeh des rechten Fußes, dann geht es zum Fluß und wird dort von den versammelten Leuten mit Wasser besprengt.